19. April 2025
Erste Inaugenscheinname eine neu eingelieferten Hufkrebsfalls bei der Pferdepraxis Am Waldhügel, Dr. Schüttert & Kollegen.
Besprechung u. a. der Behandlung mit Revital K.
Wir zeigen diese Bilder u. a., um zu verdeutlichen, dass die hier am Huf ersichtlichen Veränderungen von vielen Schmieden und Tierärzten – anders als z. B. hier in Dortmund, wo man sich intensiv mit dem Thema befasst – leider nach wie vor NICHT als eine Form des Hufkrebses erkannt würden.
Der Grund für dieses Dilemma liegt vielfach sicherlich darin, dass sich die Krankheitsbilder inzwischen gewandelt und diversifiziert haben, sodass sie häufig nicht mehr den klassisch gelehrten Vorstellungen entsprechen.
Erläuterungen zu den Fotos von oben nach unten:
Foto 1: Untersuchung des derzeit auffälligsten Hufes VR. Aus der Ballengrube quillt helles Exsudat hervor. Anzeichen dafür, dass sich Bakterien – nach unseren Erkenntnissen maßgeblich Treponemen – in die Lederhaut eingegraben haben. Es liegt also in jedem Fall bereits eine tiefe bakterielle Infektion vor.
Foto 2: Derselbe Huf nach Entnahme einer Gewebeprobe. Die Probe wird u. a. in dem auch für uns tätigen immunhistologischen Labor in Berlin auf Treponemen untersucht.
Foto 3: Zu einer ordentlichen Untersuchung und Feststellung des Anlieferungszustandes gehören natürlich auch Bilder der übrigen, bislang weniger oder sogar gar nicht auffälliger Hufe. Denn solche Infektionen können sich verlagern. Auch eine Tatsache, deren Erwähnung vielfach Kopfschütteln auslöst, der man sich hier aber durchaus bewusst ist. Zur eindeutigen Identifikation und Dokumentation werden Seitenzeichen verwendet.
Foto 4: Ein weiteres Detail – und Indiz für eine bereits systemische Erkrankung – das dem weniger geübten Auge sicherlich entgehen würde, hier aber direkt festgehalten wurde:
Die enorm vergrößerte Kastanie hinten rechts, die sich quasi leistenförmig über das gesamte Sprunggelenk erstreckt.
Foto 5: Defekte Glasurschicht, schwarze Verfärbung und, bei näherer Betrachtung, zahlreiche feine Risse in der Hufwand zeigen an, dass sich auch an den Hinterhufen Erreger in und unter der Wand eingenistet haben.
Insofern werden bei diesem Pferd auch von vornherein alle vier Hufe mit Revital K gebadet.




