30. Mai 2025
Wir haben mal genauer hingeschaut:
1. Foto: an ihrer „fransigen“ Struktur im Huf erkennbar
2. Foto: abgestorben und aus der früheren weißen Linie vorsichtig herausgezogen
3. Foto: unter dem Mikroskop betrachtet
Den Begriff „Zotten“ hat in Zusammenhang mit Hufkrebs wahrscheinlich jeder schon mal gehört. Wie solche Zotten zustande kommen, dürfte jedoch den Wenigsten bekannt sein.
Zotten sind Ausziehungen der Papillen (kleine Erhebungen) der Lederhaut (Dermis), die durch das Eindringen von Erregern verursacht werden.
Ihr äußeres Erscheinungsbild im Huf ähnelt je nach Stadium kleinen spitzen Zähnen bis hin zu mehreren Zentimeter langen Tentakeln.
Foto 3 belegt (leider mal wieder), dass es sich bei diesen Erregern um Treponemen handelt, die sich hier in großen Mengen in einer Papille angesiedelt haben. Innerhalb der Papille sind diese Bakterien durch mehrere Zellwände gut geschützt, was jegliche Bekämpfung erschwert.
Hinzu kommt, dass sich Treponemen, ähnlich wie Borrelien, verzysten und in dieser zystischen Form wahrscheinlich Jahre überdauern können, bevor sie wieder aktiv werden. Ihre effektive und langfristige Bekämpfung erfordert daher ein ausgeklügeltes Konzept.
Wer glaubt, das Problem allein mit der Resektion und Verätzung oder Verödung von Krebsgewebe lösen zu können, denkt nach heutigen Erkenntnissen, gelinde gesagt, leider sehr „schlicht“.


