19. August 2026
Bilder dieser Art sehen WIR häufig und werden in letzter Zeit auch öfter von Tierärzten und Tierärztinnen, wie in diesem Fall, um eine Einschätzung gebeten.
Das Problem liegt vermutlich darin, dass:
a) die modernere tiermedizinische Literatur solche Symptome offensichtlich eher vereinzelt betrachtet
und es
b) für das PFERD bislang keinen medizinischen Fachbegriff gibt, der einen solchen Komplex von Symptomen zusammenhängend bezeichnet.
Nichtsdestotrotz treten solche Erkrankungsformen in den letzten Jahren natürlich gehäuft auf.
Solange hierbei keine Proliferation (also Wucherung) auftritt, werden sicherlich nur sehr wenige Tierärzte den Begriff „Hufkrebs“ in den Mund nehmen, und dennoch ist es, ursächlich betrachtet, aus unserer Sicht nichts anderes als eine trockene Form desselben.
Untersuchungen, auch im Gewebe solcher Pferde mit NICHT proliferierenden und nicht exsudierenden Symptomen an Hufen und Haut ergeben bislang zu 100% eine starke Belastung mit Treponemen (Spirochäten), deren Pathogenität bei anderen Tierarten (Rind, Schaf, Elch, Wisent..) längst belegt ist.
Werden diese Erreger gezielt und effektiv bekämpft, bilden sich auch die entsprechenden Symptome zurück.
Für die Pferdemedizin wäre es eigentlich längst überfällig, sich einmal verstärkt in der Nutztierforschung umzusehen, in der man ein derartiges Problem der Einordnung und Nomenklatur nicht kennt und in der solche Krankheitskomplexe als „digitale Dermtitis“
bezeichnet werden.
Denn genau das ist es auch beim Pferd: eine bakterielle Infektion der Lederhäute, die sich in verschiedenen Formen zeigen kann.




