9. August 2026
Verlorengegangenes Wissen in der Tiermedizin.
Das gibt’s offensichtlich reichlich.
Foto aus dem Beitrag „Untersuchungen zum sog. Hufkrebs und Straubfuss des Pferdes 1910* (von Oskar Bürgi, Professor für Chirurgie, Hufbeschlag, Augenheilkunde und Direktor der chirurgischen Klinik des zürcherischen Tierspitals).
Oskar Bürgi zeigt hier einen Hufkrebs-Fall eines 2-jährigen Hengstes, der im Grunde alle Erscheinungen des Hufkrebses, die heutzutage oft als GETRENNTE Erkrankungen betrachtet werden, aufzeigt.
Diskussionsthema bei uns sind häufig die zum Krankheitsbild dazugehörigen Veränderungen des infizierten SAUMBANDES, die von heutigen Tierärzten häufig als separate Erkrankung (Saumband-Dystrophie) diagnostiziert werden.
Oftmals wird dann eine zusätzliche Behandlung des Saumbandes mit Cortison empfohlen, die ggf. eine kurzfristige Verbesserung bewirkt, sich langfristig aber als Boomerang erweist.
Für uns, wie schon für Bürgi im Jahr 1910, gehören die im obigen Bild dargestellten Symptome nach wie vor zusammen.
Aus der Praxis wissen wir, dass das Saumband ein ideales Erreger-Reservoir ist, dessen Epithel sich im Zuge der Hufbad-Behandlung, vorrangig mit Revital K, oftmals erneuert.
Abschilferungen bzw. Schuppungen können im Laufe der Bereinigung und Erneuerung ein- oder auch mehrfach auftreten, erfordern aber aus unserer Sicht keine zusätzliche medikamentöse Behandlung.
*Oskar Bürgi, 1910: Untersuchungen zum sog. Hufkrebs und Straubfuss des Pferdes, Schweizer Archiv für Tierheilkunde, Band 52, Heft 3, https://www.e-periodica.ch/digbib/
